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„Entscheidungsfindung zwischen Information, Intuition und Manipulation“

17. – 19. Oktober
Leucorea
Lutherstadt Wittenberg

Theoretisch war es nie einfacher und leichter, eine Informationsvielfalt als Entscheidungsgrundlage heranzuziehen. Praktisch war es nie schwerer und undurchsichtiger, aufgrund der Informationsfülle Entscheidungen zu treffen. Diesem Zwiespalt wird auf ganz unterschiedliche Weise begegnet: Mit oder ohne Hilfe von außen, durch persönliche oder mediale Filter, durch antrainierte oder technologische Automatismen. Teils nehmen wir selbst Einfluss auf deren Gestaltung, zumeist aber laufen sie fremdgesteuert ohne unser Wissen oder ganz unbewusst ab.

 

So wird – je nach Perspektive – die rasante Zunahme leicht verfügbarer Informationen der letzten Jahrzehnte als Segen oder als Fluch oder als beides zugleich empfunden. Unser Verhalten wird jedenfalls beeinflusst; im öffentlichen und gesellschaftlichen Miteinander ebenso wie im Privaten. Schon alltägliche Entscheidungen wie der Kauf eines Brotaufstriches oder eines Elektrogerätes werden einerseits nach intensiver Recherche und andererseits spontan getroffen. Analysieren, Klären, Abwägen und Vergleichen sind wichtige Operatoren rationalen Entscheidens, die jedoch ohne Erfahrung wenig Wert sind, wie es Max Grundig einmal auf den Punkt brachte: „Ich überlege, mein Bauch entscheidet.“

 

Kennwerte, Indizes und Basisdaten bilden das Gerüst einer Hochleistungswirtschaft und zugleich der Unternehmensplanung in ihr. Umfragewerte, Hochrechnungen und Prognosen dienen als Leitplanken politischer Richtungsentscheidungen und als Instrumente der Meinungsbildung. Empirische Daten, valide Befunde, belastbare Zahlen sind in der Wissenschaft methodologische Größen und zugleich Steuerungselemente für zukünftige Forschungslinien. Die ganze Welt ist durchdrungen von Zahlen, Daten, Fakten. Was Wirtschaftsindizes, Quartalszahlen, demoskopische Werte und empirische Befunde wirklich wert sind, lässt sich längerfristig und generell nur schwer einordnen. Ob und wie wir mit unseren kleinen Entscheidungen „richtig liegen“, ist nicht minder einfach zu beantworten.Informationen suggerieren Sicherheit in einer immer komplexeren Um-Welt von Un-Sicherheiten. Kann der Kontingenz derart begegnet werden oder gibt gerade unser intuitives Wissen von und über mögliche Unwägbarkeiten den Ausschlag bei Entscheidungen? Wann und wie wird unsere ‚Wahl‘ von außen bewusst manipuliert?

In diesem Spannungsfeld werden von den Beiträgern keine Antworten erwartet, sondern ein Einblick in die Prozesse, Effekte und Mechanismen, die unser Informationsverhalten steuern. Dabei kommen ganz unterschiedliche Disziplinen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu Wort. Die Fragen nach der Entscheidungsfreiheit des Menschen, die Möglichkeiten von Marketing und Werbung, gruppenspezifisches Risikoverhalten von Communities und dessen soziologischen und psychologischen Hintergründe oder auch der Einfluss von Sprache und Wissen sollen dabei thematisiert werden.

 

 

Themenfelder / Auszug Referenten

Bislang stehen interessante und profunde Referenten aus folgenden Bereichen auf dem Programm Journalistik, Datenschutz, Meinungsforschung, Neurobiologie, Wirtschaftswissenschaften, Sprachwissenschaften, Medizin und Psychologie.